Häufigkeit

Seit Aufnahme des SIDS in den ICD werden Zahlen zum Plötzlichen Säuglingstod in der jährlichen Todesursachenstatistik veröffentlicht. Über das der Mortalitätsstatistik generell eigene Validitätsproblem hinaus bestehen beim SIDS besondere Unsicherheiten dadurch, daß es in Deutschland und einigen anderen Ländern als "natürliche Todesursache" auf dem Leichenschauschein vermerkt werden kann. Da bei natürlichen Todesfällen eine Obduktion nicht erfolgt, besteht hier ein Widerspruch zur Definition des Plötzlichen Säuglingstodes mit der Folge einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von falsch positiven wie falsch negativen Fehlklassifikationen.

Internationale Angaben zur Inzidenzrate des SIDS schwanken zwischen 0,3 pro 1000 Lebendgeborene in Hongkong [Lee 1989] und ca. 5 pro 1000 Lebendgeborene für die schwarze Bevölkerung der USA [Black 1986]. Aufgrund ausschließlich obduzierter Fälle schätzte Kleemann [Kleemann 1989] die SIDS-Inzidenz für Niedersachsen auf 1,1 bis 1,2 pro 1000 Lebendgeburten. Auf Basis der Daten des Statistischen Bundesamtes kann für das Jahr 1992 bundesweit von einer geschätzten Inzidenzrate von ca. 1,33 pro 1000 Lebendgeburten ausgegangen werden. Aus den meisten westlichen Ländern wird ein deutlicher Rückgang der SIDS-Inzidenz über die letzten Jahre berichtet.


Schlaud M. Epidemiologie des Plötzlichen Kindstods (SID). In: Saternus K-S, Karimow S (eds). Säuglingssterblichkeit, Plötzlicher Kindstod (SID). Lübeck: Schmidt-Römhild; 1998.

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